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ÜBER UNS UND UNSERE GEMEINDEN AKTUELL KREISE UND GRUPPEN KIRCHENGEMEINDERAT         GESCHICHTE ÖKUMENE

 

LENZKIRCH

1895 wird die Evangelische Genossenschaft Lenzkirch erstmals erwähnt. Die Verwaltung und die seelsorgerische Betreuung erfolgt aus Neustadt. Alle vier Wochen wird durch den Pastoralgeistlichen aus Neustadt ein Gottesdienst im Lenzkircher Rathaussaal gehalten, wobei die äußeren Bedingungen sehr ungünstig sind, wie z.B. die unzureichenden Räumlichkeiten für die Gottesdienste und die langen Wege für die Geistlichen zu Pferde und zu Fuß. 1917 wird die Evangelische Genossenschaft Lenzkirch mit ihren Teilgemeinden Unterlenzkirch, Raitenbuch, Fischbach, Grünwald und Kappel mit insgesamt 117 Seelen trotz Lenzkircher Widerspruchs der Gemeinde Bonndorf zugeschlagen. Die Gottesdienste finden nunmehr 14tägig in Lenzkirch statt, die 18 evangelischen Schulkinder erhalten wöchentlich 2 Religionsstunden. Pfr. Adam Kaiser berichtet 1928 in seinem humorig geschriebenen Bändchen „Bilder aus der ev. Diaspora des südlichen Hochschwarzwaldes“ über seine pfarrdienstliche Tätigkeit:


„Jeden Freitag bringt mich mein Diaspora-Opel nach Lenzkirch zum Unterricht. Er wird in unserer „Kirche“, d.h. im Rathaussaal abgehalten. Manchmal wird man aber auch vom Unterricht abgehalten. So ist z.B. jeder erste Freitag im Monat besetzt. Da ist nämlich die Hebamme usw. da und hält Mütterberatungsstunde. Gestern lauerte ein anderes Hindernis im Saal. Als ich mit meinem Opel anfuhr, rief die kleine Schar schon von weitem: „Herr Pfarrer, heut ist keine Religion, heut haben sie drin Impfen.“ Und wirklich rings ums Rathaus her standen die Kinderwagen und drinnen im Saal wimmelte es von kleinen und großen Menschenkindern. So zogen wir mit unseren Stühlen aus in die „Sakristei“, das ist ein Stück Korridor des Rathauses, an dessen Wänden die Wahrzeichen der Polizei prangen, als da sind: Gummiknüppel, Säbel, Schlüssel zur Feuerspritze usw. Unter dieser Kriegsrüstung wiederholten wir die Bergpredigt: „Selig sind die Sanftmütigen.“ Alle paar Minuten schritten mitten durch unseren Unterricht hindurch bald der Ratsschreiber, bald der Polizeidiener. Was die sich wohl für Gedanken gemacht haben, als sie einen Bub nach dem anderen aufsagen hörten den Psalm, den wir auf diese Stunde gelernt hatten: „Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden sie sein wie die Träumenden. Da wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein. Ja, es würde uns sein wie den Träumenden, wenn wir einmal sagen könnten: Hier hat der Vogel ein Haus gefunden und die Schwalbe ihr Nest, da sie Junge hecken.“ Übrigens mussten wir auch noch aus der „Sakristei“ ausziehen, denn das Geschrei der kleinen geimpften Wesen nebenan schwoll so gewaltig an und brandete dermaßen an die Tür, dass wir die Flucht ergriffen und ins Grundbuchamt und Gendarmeriezimmer auswanderten. In der Gesellschaft eines Häftlings, der in der Gestalt eines riesigen zugelaufenen Köters anwesend war, beschlossen wir unsere Unterrichtsstunde mit Aufsagen des Liedes: „Ach bleib mit deinem Schutze.“


     
Der Kirchbau Planungen des Kirchbaus. Immer wieder taucht der Wunsch auf eine eigene Kirche zu haben. Der Geistliche Adam Kaiser, der von Bonndorf aus Lenzkirch verwaltet, schreibt: „Ja, es würde uns sein wie den Träumenden, wenn wir einmal sagen könnten: Hier hat der Vogel ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest.“ Doch es sollte noch zwei Jahrzehnte dauern, bis der Wunsch Wirklichkeit wird Die Gemeindeverwaltung schenkt der Gemeinde einen Bauplatz. Außerdem verspricht sie aus den Waldungen unentgeltlich das nötige Bauholz zu liefern - mit der Auflage, dass innerhalb von drei Jahren gebaut werde. Man geht mutig ans Werk. Kriegsbedingte Unterbrechung

Der Zweite Weltkrieg bricht aus. Auf Anordnung der staatlichen Behörden wird der Bau als „nicht kriegswichtig“ eingestellt. Ein großer Schreck für die Gemeinde. Nach Beendigung des Krieges stehen die angefangenen Mauern wie Kriegsruinen da; ein Schandfleck für den sonst schönen Kurort. Das schon 1939 angekommene Material ist verkommen: Kies, Steine, Sand, Zement, Kalk. Das Fundament ist zu einem Ablagerungsplatz für Müll, Schutt und andere Abfälle geworden. Unkraut und wildes Gesträuch überwuchern nach und nach die Grundmauern der geplanten Kirche. An ein Weiterbauen ist nicht zu denken.

Die Zeit während des Krieges und nach dem Krieg. Aus dem Rathaussaal ist man während der Nazizeit hinausgedrängt worden. Man hält die Gottesdienste seit 1942 in einem billig gemieteten Raum. Man muss sich allerdings mit 50 geliehenen Klappstühlen, 2 Bänken ohne Lehnen und einem geliehenen Ladentisch als Altar behelfen. Nach dem Krieg werden neue Pläne entworfen. Die alten Backsteinmauern werden abgetragen. Am 26.08.1951 erfolgt die Grundsteinlegung. In den Grundstein wird die Urkunde eingemauert. Sie trägt als Titelblatt ein Kreuz und den Spruch aus 1. Kor. 3,11: „Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ Außerdem werden in den Grundstein eingemauert: ein Beibericht, ein Satz genehmigter Baupläne, ein Kostenvoranschlag, eine Nummer des örtlichen Verkündigungsblattes, eine Nummer des Schwarzwälder Boten mit Artikel über Lenzkirch, eine Ansichtskarte der Gemeinde Lenzkirch aus dem Jahre 1939, eine Bausteinpostkartenserie und Aufnahmen des veranstalteten Bazars zu gunsten des Kirchbaus. Die Einweihungsfeier der Kirche am 23.03.1952 ist wieder ein großes Ereignis für ganz Lenzkirch.
 
Das Kirchlein hatte zu Beginn keine Glocken. Dafür reicht das Geld nicht mehr. Zwischen der Planung des Kirchbaus und der Glockenweihe liegen rund 25 Jahre. Die feierliche Einweihung findet am 30.10.1960 statt. Die Glocken sind auf das Geläut der katholischen Kirche abgestimmt. Das Glockengeläut beider Kirchen soll harmonisch durch den Ort schallen - ein Symbol gelebter Ökumene. Die Glocken harmonieren schon einmal! Die drei Glocken sind auf „d“, „h“ und „g“ abgestimmt und klingen zum Geläute der katholischen Kirche in der Oktave. Die kleinste mit dem Namen „Kyrie“ - Herr erbarme dich, die mittlere Glocke mit Namen „Gloria“ - Ehre sei Gott in der Höhe und die größte Glocke mit Namen „Sanctus“ - Heilig ist der Herr.

Auf jeder Glocke sind ein Symbol und eine Inschrift angebracht. Insgesamt 169 Schriftzeichen und drei Symbole.
„g“ Inschrift: Heilig ist der Herr Symbol: Auge Gottes mit Kreuz und Taube
„h“ Inschrift: Ehre sei Gott in der Höhe Symbol: das Christusmonogramm (die beiden ersten
Buchstaben des griech. Ausdrucks für Christus )
„d“ Inschrift: Herr, erbarme dich Symbol: gleichschenkliges Kreuz über einer geöffneten
Taufschale

Die Glocken
 
Das Taufbecken
Zu erwähnen ist noch das Taufbecken. Der Lenzkircher Holzbildhauer Robert Stoll wurde von der Gemeinde 1985 beauftragt, Pläne für die Gestaltung eines Taufbeckens auszuarbeiten. Von den ersten Beratungen im Ältestenkreis bis zur Einweihung am 14.08.1988 werden drei Jahre vergehen. Robert Stoll gestaltet in über 1000 Arbeitstunden aus einem aus Bayern stammenden Eichenklotz das Becken. Es ist dem schlichten Altarraum und der Landschaft angepasst. 28 Köpfe modellierte er aus dem sehr harten Holz, dazu die vier Symbole der vier Evangelien und das Taufwort: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen. Die Glasschale mit dem Fisch als Christussymbol und den Sonnenstrahlen der Liebe Gottes fertigt Glaskünstler Wolfgang Huss aus Münster.


SCHLUCHSEE

50 Jahre Petruskirche in Schluchsee
„Ich sage Dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen......“  (Matthäusevangelium Kap.16. Vers. 18)             
Der Erntedank- Gottesdienst am
6.10.13 war in Schluchsee zugleich ein festlicher Kirchen-Dank- Gottesdienst zum 50jährigen Bestehen der Evangelischen Kirche. 1933 gab es  42 evangelische Schluchseer – und keine evangelische Kirche in Schluchsee. 1958 zählte man um die 200 evangelische Christen in Schluchsee – und es gab auch noch keine Evangelische Kirche.
Die ersten Gemeindemitglieder kamen meist im Zuge der Seeaufstauung, des Baus von Bahnlinie und Kraftwerk. Die Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg, die Arbeit, die Liebe und /oder die Schönheit von Natur und Ort ließen später  die Gemeinde wachsen.
Gottesdienste wurden in einem Klassenzimmer der ehemaligen Grundschule gefeiert, später dann - dank der katholischen Gemeinde – in der Nikolauskirche.  Die evangelischen Schluchseer gehörten zur Kirchengemeinde St.Blasien.  Es war der  Zuwachs von Gemeindemitgliedern, an Gästen und Zweitwohnungen, die den St. Blasier Kirchengemeinderat mit dem Schluchseer Mitglied Herrn Heitz und zunächst Pfarrer Groth, dann Pfarrer Bull, veranlassten, den Kirchenbau auf den Weg zu bringen. Ein geeignetes Grundstück „Auf der Wacht“ konnte von der Schluchseer Familie Schlachter erworben werden. 1963 gab es dann eine evangelische Kirche in Schluchsee:  die Petruskirche,  gebaut auf Gra­nitfels und benannt nach dem Jünger Simon, den Jesus „Petrus“ nannte, abgeleitet von griechisch „Petra“ der Fels. Sie steht nun 50 Jahre unbeschadet – und  hat schon Vieles erlebt.Gedankt und gefeiert wurde das am 6.10.13 bei vollem und schön geschmückten „Haus“ gemeinsam  - zunächst in der Kirche, dann bei  leckeren Suppen, Kaffee und Kuchen im Gemeindesaal des Pfarrhauses. Schönerweise waren auch zahlreiche Mitglieder der Schwestergemeinde Lenzkirch gekom­men. Der  Gottesdienst wurde würdigst gestaltet von Pfarrerin Heuß, Kindern, die Erntedankgaben brachten, vom Organisten Herrn Denzel und der Häusemer Gruppe Ohrwurm – und der Gemeinde natürlich. Grußworte kamen für den Kirchenbezirk von Schuldekan Herrn Boch, für die politische Gemeinde von Herrn Bürgermeister Kaiser und von Frau Schulta fürs Altenwerk.
 Wenn Gebäude sich freuen könnten.....



Frank Ohlhaver
     

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